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Moore, Michael: Verraten und verkauft.
Briefe von der Front. 'Will They Ever Trust Us Again?'. 2004. 268 S. 21 cm. Gebunden. 360gr.
"Hi Mike,
ich bin Sergeant der US-Army im Irak ...
Vor zwei Tagen hat einer meiner besten Freunde beide Beine verloren, als ein Sprengsatz unseren Konvoi traf. Er hatte gerade geheiratet und hatte noch nicht mal Zeit für die Flitterwochen. Wir alle fragen uns: Wie viele müssen noch sterben? Wie viele müssen noch ihre Gliedmaßen verlieren?"
Tausende von Männern und Frauen, die von Bush & Co. in den angeblichen "Krieg gegen den Terror" hineingezogen wurden, haben Michael Moore im letzten halben Jahr geschrieben - aktive und ehemalige GIs, ihre Eltern, Brüder, Schwestern, Frauen. Ihmvertrauen sie, und deshalb offenbaren sie, was sonst nicht aus dem Kreis der Army dringen soll. Michael Moore läßt sie nicht im Stich, gibt ihnen eine Stimme. In diesem Buch schildern die Männer und Frauen der Armee schonungslos die Realität dieses schmutzigen Kampfes, sprechen über ihre Ängste und enttäuschungen. Diese Zeugnisse sind einzigartig und intensiv, schreibt Michael Moore in seiner Einleitung, gerade weil sie nicht "links" sind oder aus der Anti-Kriegs-Bewegung stammen.
Wir sind verraten und verkauft worden; müssen einen Krieg führen, der ebenso sinnlos ist gefährlich für uns und die Welt: Hier spricht dasjenige Amerika, das George W. Bush und seine Hintermänner unterdrücken wollen.
Briefe von der Front
Soldaten schreiben an Michael Moore
Wenn überhaupt ein aktuelles Buch das Adjektiv "bewegend" verdient, dann ist es dieses. Nach seiner denkwürdigen "Oscar-Rede" und nach dem Film "Fahrenheit 9/11" erhielt Michael Moore Unmengen von Briefen von Soldaten, die im Irak oder in Afghanistan eingesetzt sind und ihm schildern, unter welchen Bedingungen sie dort leben und kämpfen und nicht selten auch sterben müssen. Michael Moore hat viele dieser Briefe Ende August zu einem Buch zusammengefasst, um sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, um die breite Öffentlichkeit, vor allem in den USA, endlich wachzurütteln.
Diese Briefe sind ein im wahrsten Sinne des Wortes bewegendes Zeugnis von Menschen, die zumeist blind ihrem Oberbefehlshaber im Oval Office vertrauten und erst spät erkannten, wofür sie eigentlich in diesen Krieg geschickt wurden, der nicht der ihre ist. Es gibt Briefe, die man nicht ohne eine tiefe innere Rührung lesen kann, und man kann es Michael Moore glauben, daß er sich hinter der Kamera versteckte, damit Lila Lipscombe aus Flint, Michigan, seine Tränen nicht sehen mußte, als sie ihm den Brief ihres Sohnes vorlas, der im irakischen Kerbala gefallen war. Sergeant Michael Pederson schrieb: "Was ist bloß mit Bush los? Er hat uns für nichts und wieder nichts hierher geschickt. Ich hoffe wirklich, daß sie diesen Narren nicht wiederwählen!"
Moore will helfen, den letzten Wunsch des gefallenen Unteroffiziers zu erfüllen. Und er fühlt sich mit verantwortlich dafür, daß die Soldaten in diesen Krieg geschickt wurden. "Ich habe nicht die richtigen Worte gefunden, um genug Leute zu überzeugen", schreibt er in seinem Vorwort. Er weiß aber auch, daß allein die Abwahl des Kriegspräsidenten nicht ausreicht. Dennoch will er alles daran setzen, zumindest diesen ersten Schritt zu unternehmen.
U.
(Balaton Zeitung, Ausgabe 11/2004)
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