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Mayle, Peter: Ein guter Jahrgang.
Roman. Aus d. Engl. v. Ursula Bischoff. 2004. 287 S. 22 cm. Gebunden. 495gr.
Glück im Unglück für Max Skinner - zeitgleich mit der fristlosen Kündigung, die das Ende seiner Karriere auf dem Londoner Finanzmarkt bedeutet, erhält er Post aus Frankreich: Sein Onkel hat ihm das Landhaus in der Provence vererbt, in dem Max als Junge oft unbeschwerte Ferien verbrachte. Der geschasste Finanzjongleur braucht nur kurze Bedenkzeit, dann zieht er nach St. Pons - dort spielen die Männer Boule, die Frauen flirten und das Leben ist noch einfach und schön wie in Kinderträumen.
Doch auch unter diesem blauen Himmel sind die Menschen nicht gegen die Versuchungen des Profits gefeit. Auf dem 20 Hektar großen Weingut, das zu dem baufälligen, aber charmanten Herrenhaus gehört, wird seit acht Jahren heimlich und unter Umgehung aller staatlichen Kontrollen eine Mischung aus Cabernet Sauvignon und Merlot produziert - so genannter Garagenwein , für den die Reichen und Schönen Schwindel erregend hohe Geldsummen hinblättern. Als wäre ein solches Weinkomplott nicht schon Gottesprüfung genug für den verwirrten Gentleman, hat sich auch noch eine Amerikanerin auf dem Weingut einquartiert. Sie ist jung, reizend - und auch erbberechtigt.
Intrigen in der Weinwelt
Ein Roman nicht nur für Weinkenner
Max Skinner hat im regen- und nebelfeuchten London einen durchaus trockenen Job, bei dem er sich mit dem Kauf und Verkauf von Unternehmen herumschlagen muß. Als sein Chef ihm eines Tages das Ergebnis einer umfangreichen Arbeit und damit die Aussicht auf eine fette Provision klaut, schmeißt er den Job kurzerhand hin und dem Chef den Autoschlüssel für den Firmenwagen in das Dessert.
Bevor sich Max jedoch darüber Gedanken machen muß, wie er seine Schulden und seine Rechnungen bezahlen kann, erhält er die Nachricht, daß sein Onkel, der ein Weingut in Frankreich besaß, ihn zum Alleinerben gemacht hat. Mit einem Darlehen von seinem besten Freund macht sich Max auf die Reise in die Provence, frischt seine Französisch-Kenntnisse auf und lernt unter anderem eine überaus attraktive Anwältin und eine freundliche Barbesitzerin kennen. Er muß feststellen, daß das Haus des Onkels und die Rebanlagen einige Investitionen nötig haben, aber vor allem, daß der eigene Wein im Keller nicht unbedingt die Krone der Winzerkunst darstellt. Zufällig stößt Max auf eine Rebfläche, die von den anderen abgeteilt wurde und auf der die Reben völlig anders behandelt werden, kann sich aber keinen Reim drauf machen. Bei seinen Überlegungen, das Weingut zu einem profitabeln Unternahmen zu machen und einen zumindest genießbaren Wein zu erzeugen, stößt er auf unerwartete Widerstände und entdeckt schließlich Intrigen, die auch einen Kenner der französischen Weinlandschaft überraschen.
Der englische Schriftsteller Peter Mayle hat viele Jahre in Frankreich gelebt und ist den Freunden der französischen Weine seit dreißig Jahren ein Begriff. Als Journalist und Autor reflektierte er amüsant und treffsicher die Situation der "Fremden" in einer "anderen" Kultur. Auch sein neuer Roman hat erneut das Zeug zu einem Bestseller.
B.
(Balaton Zeitung, Ausgabe 11/2004)
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