Einer der bekanntesten Badeorte am Plattensee hat noch mehr zu bieten ...

Balatonfüred - ältester Kurort am Plattensee

Fuered.GIF (26769 Byte)(BAZ) Welche Kraft ist das, die seit Jahrhunderten immer und immer wieder die Menschen nach Balatonfüred zieht? Ist es die Kraft des aus der Tiefe der Erde strömenden Wassers mit seiner hohen Heilkraft und der irdischen Energie? Ist es die Kraft des in den Genen und der Erinnerung des ortsansässigen weiterlebenden Freiheitsstrebens? Oder ist es die Kraft des Glaubens, der Hoffnung und Vertrauen, Glück und Zufriedenheit gibt. Schon im Jahre 1211 wurden an Stelle des heutigen Ortes fünf Gemeinden als Besitzung des nahegelegenen Klosters der Benedektiner in Tihany erwähnt. Bedeutung erlangte der vereinte Ort als Verkehrsknotenpunkt und Zollstelle. 1552 zerstörten die Türken diese Ortschaft. Neuen Aufschwung erlangte Füred durch die Entdeckung der Quellen. Es sind kalte Quellen, die noch heute an einem wunderschönen Brunnen für Trinkkuren genutzt werden. Man sagt ihnen nach, daß sie die Menschen, die davon trinken, verjüngen, ihnen Kraft und Energie verleihen. Im 18. Jahrhundert wurde das Wasser erwärmt und zum Heilbaden verwendet. Es wurden Badehäuser und später vom Österreicher Manes Josef das erste Krankenhaus für Arme gebaut. Am heutigen Sanatorium erinnern Gedenktafeln daran. Tausende von Heilsuchenden kamen im Laufe der Zeit nach Füred. Im Jahre 1926 pflanzte Robindranath Tagore, weltbekannter hinduistischer Dichter, aus Dankbarkeit für seine hier gefundene Heilung einen Baum, widmete dem Ort diese Zeilen:

„... Bin ich nicht mehr auf dieser Welt oh Baum, flüstere dem Wanderer mit frühlingsrauschenden Blättern ins Ohr: Der Dichter liebte solange er lebte ..."

Bäumepflanzen wurde zur Tradition und bald entstand ein herrlicher Park. Aber auch nationalbewußte Ungarn, Politiker der Reformzeit, Dichter, Künstler trafen sich hier - weit weg vom fremdregierten Budapest - und träumten von neuerlicher Freiheit. Im Horváthhaus nahm unter ihnen im Jahre 1825 eine Tradition ihren Anfang. Der Hausherr lud zum Ball anläßlich des Namenstages seiner Tochter Anna. Noch heute ist der Annenball etwas Besonderes, wo Rang und Namen vertreten sind. Der Ball findet jetzt im Kurhaus statt, wo die Gäste bei einem Spaziergang im Arkadengang, im Pantheon von Füred Gedenktafeln berühmter Menschen finden, die ihr Wissen und Können dem Balaton widmeten.

Füred ist stark von Kunst und Kultur geprägt. Seit 1820 wurde im Ort Theater gespielt. Im Jahre 1828 begann der Bau eines Theaters, das Grundstück gab das Kloster, die Grafen Festetics von Keszthely stifteten die Säulen und die Baukosten kamen aus Spenden zusammen. Als das Theater fertig war, spielte man vor allem nationale Stücke mit berühmten Künstlern des Landes und aus Budapest. Blaha Lujza, die Lerche der Nation, wie man die berühmte Sängerin nannte, baute sich sogar ein „Nest" in Füred, wo sie sich sehr gern aufhielt. Heute wird das Haus als Hotel genutzt. Ihr Haus blieb, das Theater wurde noch im vorigen Jahrhundert abgerissen. Theater spielt man heute im Kurhaus.

Rings um Füred liegt eine besonders schöne Landschaft mit sanften Hügeln und herrlichen Weinbergen. Was Wunder, daß auch der Füreder Wein etwas Besonderes ist. Versäumen sie nicht, den hiesigen edlen Tropfen zu probieren. Am besten sie kommen zu den Weinwochen von Füred im August zurück und lassen sich die über tausend Jahre alte Kunst des Weinanbaus vorführen. Am Abend sorgen Sänger, Volkstänzer und Weinauktionen für ungetrübte gute Weinlaune.

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